Verfasst am 21.02.2010 15:51:45 Uhr 117. Es geht immer irgendwie weiter Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.
Meinem letzten Eintrag folgte einiges.
Ich muss wohl nicht erwähnen, dass dieses „Einiges“
sehr unschön war?!
Vielleicht sollte ich erst mal zu positiven Dingen kommen:
Meine Arbeit ist gerettet.
Der schlimmste Fall, ich würde raus fliegen,
hat sich zum Glück nicht ereignet.
Nicht auszudenken,
was es mit mir gemacht hätte,
wenn es doch so weit gekommen wäre.
Ich habe wohl doch auch manchmal Glück in meinem Leben,
bemerke es nur nicht so, wie andere das vielleicht tun...
Jürgen hat sich verlobt.
Ja, genau.
Er ist auf die Knie gegangen vor seiner Liebsten
und mich rührte es so,
das ich natürlich das Heulen angefangen habe.
Scheiß Emotionen,
scheiß Kitsch.
Ich werde Brautjungfer.
Fühle mich da total geehrt,
ehrlich! 
Eine meiner Kolleginnen heiratet auch.
Im Juni.
Überall ist Liebe...
… nur bei mir nicht.
Ja ich weiß,
ich fange schon wieder an, jedem einzelnen von euch
die Schultern voll zu heulen,
aber so ist das hier in diesem blog nun mal.
seufz
Es war Weihnachten 2009.
Wir hatten Schnee,
ich war mit meiner Familie zusammen,
wurde reichlich beschenkt, schenkte reichlich zurück,
bedankte mich bei allen, die mich durch das scheiß Jahr begleitet
und mir, wenn ich gefallen war und drohte liegen zu bleiben,
wieder aufgeholfen haben.
Ich bin nie liegen geblieben.
Das bin ich noch nie.
Okay, vielleicht mal eine Zeit lang,
aber nicht immer.
Irgendwie ging es immer weiter.
Eine Kollegin hat zu mir neulich gesagt,
sie würde mich bewundern,
das ich nach allem, was mir passiert ist,
und mir immer wieder auf das Neue passiert,
trotzdem noch so eine Stärke ausstrahle.
Ich weiß nicht, was sie gesehen hat.
Welche Stärke denn bitte?
Natürlich bin ich nach Außen hin anders.
Ich gebe mich anders, als ich fühle.
Nur meine Freunde erkennen,
ob mein Lachen echt ist.
Ob ich die Wahrheit sage,
sage ich: Es geht mir gut.
Ich kann ihnen nichts vor machen.
Weder Jürgen,
noch Maren,
noch Florian
noch irgendjemandem sonst.
Die ganze „Geschichte“ hat Flo und mich irgendwie näher gebracht,
wenn das überhaupt geht.
Es ist skuril,
was er und ich alles schon erlebt haben.
Es ist irreal,
das wir all das durch machen, obwohl wir uns gar nicht lieben.
Er mich jedenfalls nicht.
Es ist erleichternd,
das er da ist,
auch wenn er es nicht wirklich richtig ist.
Aber es ist auch traurig,
dass das Schicksal ihm nicht einfach sagt,
ich bin die Richtige für ihn.
Wir sind auf eine Art zusammen,
führen eine Beziehung, die weder er, noch ich,
geschweige denn unsere Freunde verstehen.
Ich bemerke an mir,
das die Gefühle wieder stärken werden.
Das ich ihn vermisse, sobald er aus der Tür raus ist,
oder ich seine Wohnung verlasse.
Das etwas fehlt,
wenn ich mal keine Guten Morgen SMS bekomme.
Die schickt er mir mittlerweile nämlich regelmäßig.
Wir benehmen uns genau,
wie Jürgen und seine Verlobte,
aber wir sind weder verlobt,
noch zusammen,
oder gar verliebt.
Wenn das irgendjemand verstehen sollte,
lasst es mich bitte wissen.
Bis dahin werde ich nicht mehr darüber nachdenken.
Ich habe das aufgegeben,
weil es mir nichts bringt.
Nur schlaflose Nächte.
Ich würde immer noch meine Zelte abbrechen und sofort zu ihm ziehen.
Ich fühle mich bei ihm immer noch mehr daheim,
als hier zu Hause.
Ich weiß,
das ich immer zu ihm kann,
wenn ich was auf dem Herzen habe.
Das hatten wir neulich erst wieder,
als ich wieder drohte liegen zu bleiben.
Ich bin zu ihm gefahren und
war eine Woche bei ihm.
Er baute mich auf,
war für mich da.
Ich hatte nie das Gefühl,
dass es ihm zu viel ist, oder zu viel wird.
Sondern immer nur das Gefühl willkommen zu sein
und das Gefühl,
dass sich da jemand sehr um mich sorgt.
Ich weiß,
das es nichts bringt,
sich drüber zu ärgern,
dass er mir so wichtig ist und ich so viele Gefühle für ihn habe.
Ich werde es einfach akzeptieren,
das ich meine Gefühle weder steuern,
noch in irgendeiner Weise ausknipsen kann.
Natürlich habe ich viel geweint um und wegen ihm,
aber er hat mich erst zu dem gemacht, was ich bin.
Er hat mir gezeigt,
das ich wer bin.
Er hat mir mein Selbstwertgefühl zurückgegeben.
Er zeigt mir,
dass ich wichtig bin.
Nicht nur, indem er es mir immer wieder sagt,
sondern es mir auch zeigt.
Ich weiß,
das ich vielleicht naiv und verrückt bin,
wenn ich das jetzt sage,
aber Flo ist groß~ und einzigartig!
Und ja, es ist auch viel nicht so Gutes passiert,
aber das Schlechte ist an einer Hand ab zu zählen,
das Gute hingegen nicht.
Es sollte mehr Männer wie ihn geben,
denn diese, die aus seinem Holz geschnitzt sind,
werden die Frauen,
für die ihr Herz schlägt ohne Frage
auf Händen tragen!
Ja, das würden sie ohne weiteres tun.
Das ist aber nicht das Einzige,
was so alles passiert ist.
Eine schreckliche Geschichte möchte ich nicht erzählen,
aber die andere Neuigkeit schon:
Ich habe wieder Kontakt zu Martin.
Ich weiß gar nicht, ob ich das überhaupt schon mal geschrieben habe.
Martin ist neu verheiratet.
Was auch irgendwie eine seltsame Geschichte ist.
Nachdem sich einer von uns bei dem anderen gemeldet hatte,
wo ich gar nicht mehr weiß, wer das eigentlich war,
ging es mit Nachrichten immer hin und her.
Er sagte mir, dass ich ihm sehr wichtig war (…)
und das er mich unbedingt als beste Freundin haben will.
In erster Linie habe ich gedacht,
nach allem was passiert ist,
ich das überhaupt nicht kann.
Was ja auch nicht verwunderlich ist.
Diejenigen, die hier schon länger regelmäßig lesen,
werden wissen, wovon ich spreche.
Irgendwann haben wir uns im Chat getroffen und Martin wollte wissen,
was ich am Wochenende gemacht habe.
Nachdem ich gesagt hatte, was es war,
meinte er: Ich hab geheiratet.
Und dann war er offline...
… und ich stock sauer.
Also nicht, das ich mich nicht für ihn gefreut habe,
aber nach der ganzen, „Wir müssen unbedingt beste Freunde werden“- Geschichte
hab ich schon irgendwie verlangt, das vorher zu erfahren.
Ich hab ihm gesagt, was ich darüber denke,
er wollte den Kontakt wieder abbrechen.
Das Gute daran war,
das es mir nicht so viel ausgemacht hätte, wie noch vor sechs Jahren.
Junge, ist das alles lange her...
Der Kontakt wurde nicht abgebrochen.
Und in der Zeit des Redens hat er mir einiges erzählt.
Einiges, von dem ich damals überhaupt nicht überzeugt war
und einiges, was ich heute auch nicht so wirklich glauben kann.
Matin hat gesagt,
er hat mich sehr lange Zeit geliebt.
So richtig.
Da stelle ich mir die Frage,
wie so was sein kann.
Schließlich war er derjenige, der Schluss gemacht und ein halbes(!) Jahr später eine andere geheiratet hat!
In dieser Ehe hat er mir gesagt, er würde mich lieben.
Nun, was ich die logische Schlussfolgerung?
Ich liebe nicht die Eine, sondern die Andere.
Also, wenn dann schon die Scheidung durch ist,
kehre ich doch einfach wieder zu derjenigen zurück,
die ich wirklich liebe, oder nicht?!
Nein das wird nicht getan.
Weil er nicht wollte, das wir uns ständig etwas vorhalten.
Eigentlich müsste er genau wissen,
das ich ihm niemals etwas vorgehalten hätte, wenn es soweit gekommen wäre.
Und das ich nie gesagt habe, was ich will kann ich auch nicht bestätigen.
Denn wenn das so gewesen wäre,
hätte ich nicht das getan, was ich gemacht habe.
Ich habe jetzt meine Antworten.
Ich kann es jetzt wegpacken und als „geschlossen“ in meine Akten legen.
Die Geschichte war für mich ja sowieso schon geschlossen,
aber ein paar Fragen hat man ja immer noch irgendwie.
Meiner Meinung nach,
kann es irgendwie nicht sein,
dass man jemanden liebt, von dem man weiß, ihm geht es genau so.
Beide Parteien sitzen zu Hause,
denken an den anderen,
aber der Eine denkt, es ist alles aus
und der Andere denkt,
ja was eigentlich?
Nein, das wäre nicht gut, weil sie mir sonst irgendwann vorhalten würde,
wie es gelaufen ist?!
Muss man Liebe mit Logik verbinden?
Liebe ist nicht logisch,
Liebe ist unlogisch.
Für mich.
Für mich ist es zwei Mal scheiße gelaufen.
Das erste Mal haben wir uns gegenseitig geliebt,
„es war aber ein blöder Zeitpunkt“,
und nach der Ehe wird eben eine andere geheiratet,
mit der er auch glücklich ist,
was ich wirklich toll finde,
aber wenn Liebe logisch wäre
wäre ich es gewesen, die neben ihm gestanden hätte.
Wie kann ich also irgendwie glauben,
das er mich noch eine sehr lange Zeit geliebt hat?!
Das zweite Mal habe ich nach einer sehr, sehr langen Zeit,
die ich dafür brauchte über Martin hinweg zu kommen,
endlich mal wieder Gefühle gehabt.
Sehr, sehr starke Gefühle, die ich bis dato gar nicht kannte.
Ich habe beim zweiten Mal erlebt,
wie schön es sein kann,
aber gleichzeitig auch,
wie schrecklich es sein kann,
wenn diese Gefühle nicht erwidert werden (können).
Also als erstes finden sich zwei Menschen nicht,
die sich lieben und
als zweites finden sich zwei Mensch nicht,
weil der Eine die Andere unbedingt lieben möchte,
es aber nicht kann.
Ist es bei so etwas nicht völlig normal,
das ich irgendwann noch mal wahnsinnig werde?!
Verfasst am 20.11.2009 21:59:06 Uhr 116. Abends ist es am Schlimmsten Im Moment ist es nicht leicht für mich
(Mal was „Neues“)
Ich habe sehr viel auf der Arbeit zu tun,
weil viele ausgefallen sind, oder Urlaub haben.
Mache pro Woche an die 30 Überstunden.
Heute habe ich mir einfach mal die Zeit genommen,
um mir mal wieder Luft zu machen.
Es ist so viel passiert, das ich wieder ein Chaos in meinem Kopf habe.
Ich komme nicht mehr zur Ruhe,
weil sich meine Gedanken um alles kreisen,
was mir widerfahren ist.
Vor ein paar Wochen hätte ich fast meine Arbeit verloren,
durch ein blödes Missverständnis.
Jürgen sehe ich im Moment auch nicht so oft,
weil er mit seiner Freundin viel unternimmt und
ich die Beiden auch nicht immer stören möchte.
Allerdings habe ich auch gar keine Lust auf Gesellschaft,
wenn man von einer Person absieht.
Und schon bin ich bei meinem Lieblingsthema angelangt.
Flo und ich.
Wie soll man jemanden, der uns Beide nicht kennt und uns noch nie gesehen hat,
vor allem zusammen,
beschreiben, was wir für eine Beziehung haben?!
Wie soll ich das versuchen, wenn ich selbst nicht weiß,
was das überhaupt ist?
Er ist mir unglaublich wichtig.
Er ist mein Hafen
mein Retter in der Not.
Und vom letzteren gibt es leider mal wieder viel zu viel.
Ich habe euch erzählt, das ich nicht unter Depressionen leide.
Das hat die Psychologin auch gesagt,
aber es stimmt nicht.
Sie hat mich an einem guten Tag erwischt.
Ich habe es geglaubt, das ich einfach nur eine schwere Zeit hatte und
deswegen so war, wie ich war.
Das ich so reagiert habe, als alles scheiße war,
wie ich es eben gemacht habe.
Das es normal war, der Umstände halber und
das ich da gut mit alleine zurecht gekommen und nicht
depressiv bin.
Die letzte Zeit hat mich eines besseren belehrt.
Ich habe keine Lust mehr.
Keine Hoffnung,
nichts.
Tagsüber strahle ich meine Kunden an,
mache Witze,
lache,
verstelle mich,
aber eigentlich denke ich total anders.
Die Tatsache, dass sich Robert Enke (Gott hab ich selig!!!)
vor ein Zug geworfen hat,
hat mich tief berührt und
lässt mich nachdenken.
Und lässt alles wieder hoch kommen.
Ich habe wirklich keinen Sinn mehr am Leben gesehen,
als sich Flo von mir trennte.
Ich denke drüber nach,
das ich Robert für seinen „Mut“ irgendwie bewundere.
Ich denke drüber nach,
das er all das,
was ich meine zum glücklich werden zu brauchen,
hatte.
Und doch war er depressiv, verzweifelt, hat es nicht mehr ausgehalten
und seinem Leben ein Ende bereitet.
Er hatte Angst,
Angst das seine Depressionen raus kommen,
das man ihm seine Tochter nimmt.
Diese Angst war größer als die Liebe zu seiner Frau,
und zu seinem Kind,
jedenfalls interpretiere ich es so.
Ich dachte immer,
das es kein größeres Gefühl als die Liebe an sich gibt.
Nichts ist größer,
nichts ist stärker
und nichts kann der Liebe annähernd das Wasser reichen.
Doch nun denke ich nicht mehr so.
Ich habe jegliche Hoffnung verloren.
Ich glaube nicht mehr an die Liebe.
Glaube nicht mehr, das sie das Größte und Schönste ist.
Ich war, genau wie Theresa, der Meinung,
das man mit Liebe alles schaffen kann.
Umso schlimmer war es für mich,
als ich sie bei der Pressekonferenz diesen einen Satz sagen gehört habe.
Ich habe mit ihr mit geweint und mit gelitten,
obwohl ich Robert nicht kannte
und mich noch nicht mal für Fußball interessiere.
Die Trauerfeier habe ich mir auch angesehen.
Ich sah den Sarg und habe so bittere Tränen geweint,
das man meinen könnte, er wäre ein Freund von mir gewesen.
Meine ganze Verzweiflung,
alle schlimmen Dinge diesen Jahres sind hoch gekommen
und durch die Tränen wurde sichtbar, dass das ganze Jahr,
welches so super begonnen hatte,
einfach nur eine riesige Scheiße war
und mich zu einem seelischen Wrack gemacht hat.
Bei der Trauerfeier,
ich bewundere Theresa so.
Ich bewundere sie für ihr Verhalten.
Ich wäre auf dem Spielfeld zusammengebrochen.
Ich hätte es nicht ausgehalten.
Ich hätte nicht gewusst,
wie ich so weiter leben kann.
Erst stirbt die Tochter und dann muss sie auch noch ihren Mann begraben.
Wo nimmt diese Frau nur ihre Stärke her?
Wenn ich mir vorstelle,
dass einer meiner Lieben in diesem Sarg gelegen hätte,
das Flo in diesem Sarg gelegen hätte,
das er irgendwie zu Tode kommt.
Was würde ich dann nur machen?!
Ich bin jetzt schon verzweifelt,
weil wir zwar sehr gute Freunde
und noch viel mehr als nur das sind,
aber ich sehe ihn viel zu selten.
Das letzte Mal haben wir uns vor vier Wochen gesehen.
Er fehlt mir.
Er weiß nichts von meinen Gedanken.
Er weiß nicht,
das ich mir selbst vorgestellt habe, ob es wohl schnell vorbei ist,
wenn der Zug einen erfasst.
Das ich mir sogar vorgestellt habe,
wie meine Bekannten, Freunde und meine Familie an meinem Grab stehen.
Das meine Mutter am Boden zerstört wäre,
genau wie Maren, Jürgen und Co.
Das Flo, obwohl er kein gern gesehener Gast meiner Familie mehr ist, auch
auf dem Friedhof anwesend wäre
und sich danach zu Hause einschließen würde.
Ihr müsst keine Angst haben.
Ich werde das nicht tun.
Ich kann das nicht tun.
Aber ich weiß nicht, ob ich sagen soll,
ich kann es zum Glück nicht tun,
oder
ich kann es leider nicht tun.
Ich stelle mir jeden Tag dieselben Fragen.
Wozu das alles hier?
Ich schleppe mich zur Arbeit,
bin total fertig.
Ich bin ausgelaugt,
müde, kann aber nicht schlafen.
Ich wälze mich im Bett und komme nicht zur Ruhe,
weil meine Gedanken die ganze Zeit bei all den anderen Hiobsbotschaften sind,
die ich erlebt habe,
über die ich hier aber nicht reden will und auch nicht kann.
Mein Leben stürzt ein,
lässt mich verzweifeln.
Tagsüber geht es.
Aber abends ist es am Schlimmsten.
Abends kommen die Attacken,
wie Scheiße alles ist.
Abends habe ich eigentlich Redebedarf,
aber immer, wenn Flo das mitbekommt
und anruft,
sage ich ihm nicht, was ich wirklich denke.
Er schafft es immer, mich auf andere Gedanken zu bringen,
obwohl er von all dem, was ich hier gerade geschrieben habe
gar nichts weiß und nicht mal erahnt.
Er weiß von all den anderen Sachen, die momentan nicht laufen.
Er versteht es, mir irgendwie ein Lachen zu entlocken,
auch wenn es nur ein kleines ist.
Ich liebe es, mit ihm zu telefonieren,
denn dann ist er da.
Dann kann ich irgendwo Hoffnung in mir spüren.
Nicht, dass wir beide wieder zusammen sein werden,
sondern Hoffnung,
das nicht alles trist und grau ist,
das es auch schöne Dinge im Leben gibt,
die ich aber nicht mehr so wahrnehme, wie die schlechten Dinge.
Wenn ich ein paar Tage nichts von ihm höre,
dann geht es mir noch schlechter.
Aber wenn ich ihn dann anrufe und sage, es geht mir nicht gut,
dann ist er sofort Ohr und hört mir zu,
redet, lenkt mich ab, macht Witze und es geht mir wirklich besser.
Flo ist zwar nicht hier, aber er ist immer da...
Jürgen schafft das in dieser Form nicht.
Wir haben jetzt irgendwie die Rollen getauscht.
Vor ein paar Monaten war ich Tag und Nacht für ihn da,
jetzt ist er es bei mir.
Meine dunklen Gedanken erzähle ich ihm nicht,
er wäre am Boden und würde sich nur noch Sorgen um mich machen,
was ich aber nicht möchte.
Ich habe ihm erzählt,
dass ich durch die ganzen Nachrichten gerade nicht so seelisch fit bin,
sich das aber bestimmt bald wieder legen wird.
Ich habe ihn auch noch bewusst angelogen,
was bin ich nur für ein Mensch?!
Ist es erlaubt, zum Wohle von anderen zu lügen?
Ich sage jetzt einfach mal, dass es das ist,
obwohl ich trotzdem ein schlechtes Gewissen habe,
weil ich nämlich eigentlich ein total ehrlicher und offener Mensch bin.
Ich habe Angst.
Ich habe schreckliche Angst vor dem Tag,
an dem vielleicht alles wieder vorbei ist.
An dem Flo mir nichts mehr zu sagen hat,
und nur noch angenervt von meiner miesen, bzw. traurigen Stimmung ist.
Er fragt mich nicht mal mehr,
wann ich mal wieder frei habe.
Wann wir uns mal wieder sehen können.
Ich habe Angst,
das ich ihm bald ganz egal bin
und er nur noch die Augen verdreht,
wenn er bemerkt,
das ich am Telefon bin.
Was passiert, wenn meine Stütze,
mein rettender Hafen nicht mehr da ist?
Werde ich dann ertrinken?
Ich habe Angst,
das ich doch noch meinen Job verlieren könnte
und dann auch noch finanziell ruiniert bin.
Ich habe Angst,
Jürgen komplett zu verlieren,
denn so, wie es mal war, ist es irgendwie seit er eine Freundin hat, nicht mehr.
Ich habe Angst,
komplett zu versagen
und auch noch meine Freunde zu verschrecken,
weil ich alles durcheinander bringe und manchmal gar nicht aufnahmefähig bin.
Ich höre ihnen zu,
das mache ich wirklich.
Ich bin für sie da,
aber ich vergesse es so schnell wieder,
das ich manchmal komplette Verabredungen verpasse.
Hinterher heißt es:
„Ich habe dir doch gesagt, das wir uns heute treffen!“
Aber ich bin der Überzeugung, es war nicht so,
weil ich es zwar gehört, aber nicht aufgenommen habe.
Tagsüber sind diese Gedanken nicht so in meinem Hirn eingebrannt.
Da ist es okay.
Ich verbreite zwar keine gute Laune in meiner Umgebung,
aber dieses Gefühl der Verzweiflung und das Versagens ist nicht so ausgeprägt,
wie abends.
Wie gerade jetzt.
Und jeden Abend ist es irgendwas anderes.
Mal sind es meine Freunde,
um die ich mir Gedanken mache,
mal meine Familie und
mal ist es Flo.
So auch heute:
Ich vermisse seine Nähe, seine Geborgenheit, sein Lachen, sein Geruch.
Wir haben wieder häufiger im selben Bett geschlafen,
auch miteinander.
Wenn wir uns sahen,
dann meist über Nacht.
Wir verstehen uns in fast jederlei Hinsicht immer noch blind.
Aber er hat mich verletzt.
Dazu möchte ich nichts weiter sagen, denn
ich habe ihn auch verletzt,
wenn ich das nicht gemacht hätte,
vielleicht wären wir dann jetzt wieder zusammen.
Ich habe alles, aber auch wirklich alles falsch gemacht.
Und nun muss ich mit der Tatsache leben und umgehen,
den Menschen, den ich liebe, verletzt zu haben,
selbst daran Schuld zu sein,
das wir wohl niemals mehr ein Paar sein werden und
das der Kontakt bestimmt irgendwann ganz einschlafen wird.
Wir sehen uns ja jetzt schon nicht mehr,
als nächstes telefonieren wir nicht mehr,
dann schreiben wir uns nicht mehr
und dann ist alles vorbei.
Die Angst vor genau diesem
ist zur Zeit sogar größer,
als meine Gefühle zu ihm.
Verfasst am 01.09.2009 23:25:55 Uhr 115. What hurts the most
Verfasst am 01.09.2009 18:12:05 Uhr 114. Liebe macht krank und blöd im Kopf... Der Titel sagt alles aus.
Ich bin so durcheinander und so mit meinen Gefühlen am Ende,
das ich alles falsch mache,
was ich nur falsch machen kann.
Von allen Seiten bekomme ich zu hören,
wenn ich denn überhaupt mal drüber rede,
das mache ich nämlich gar nicht mehr,
weil es mich selbst schon ankotzt:
Brich den Kontakt ab!
Das ist besser für dich!
Ja ich weiß.
Ich weiß, dass das besser für mich wäre.
Ich weiß, dass der Kontakt, den wir jetzt wieder haben mir nicht wirklich zu meiner Besserung verhelfen wird,
aber mal von vorne:
Flo geht’s richtig, richtig scheiße.
Ich habe es die ganze Zeit nicht übers Herz gebracht,
ihm zu sagen, er soll sich jemand anders suchen,
bei dem er sich „ausheulen“ kann.
Weil er eh schon meint, er mache alle Leute in seiner Umgebung nur unglücklich.
Dann wurde er letzte Woche auch noch krank.
Ich erinnerte mich an letztes Jahr, wo ich so krank war und er sofort zu mir gefahren kam.
Da musste ich noch nicht mal bitte sagen,
er war sofort hier, dabei waren wir zu der Zeit noch gar nicht zusammen.
Er hat mich umsorgt, mich gesund gepflegt und war eben einfach da.
Ich wusste es damals schon, dass ich irgendwann die Chance haben werde,
ihm all das, was er für mich getan hat,
was er mir gegeben hat,
zurückgeben kann.
Dieser Moment kam letzte Woche.
Er hat geweint am Telefon,
ich mit ihm.
Ich wollte ihm helfen,
immer noch.
Dann bin ich kurzerhand, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, so hilflos zu sein,
zu ihm gefahren.
Und genau das war der Fehler.
Ich bin die ganze, beschissene Zeit sehr gut damit klar gekommen,
dass er wieder „da“ ist.
Bei unserem Treffen konnte ich meine Gefühle nicht einordnen.
Als er bei mir war dachte ich, dass es nur normale Bedürfnisse sind,
warum ich mich zu ihm hingezogen fühlte.
Nur auf die animalische Anziehungskraft habe ich es geschoben,
dabei habe ich mir die ganze Zeit nur selbst die Hucke vollgelogen.
Als ich in seine Heimatstadt reingefahren bin,
kam ich mir vor, als würde ich nach Hause zurückkehren.
Die gesamte Umgebung ist mir so vertraut, wie er es ist.
Es ist so schön dort.
Alles ist genau so gewesen, wie ich es vor ein paar Monaten verlassen musste.
Ich dachte, ich würde nie wieder dorthin zurückkommen,
aber ich war da.
In seiner Straße habe ich mir die ganzen Häuser angesehen,
bin an diversen Geschäften vorbei gefahren, in denen ich mit ihm war.
Dort, ist all das, was ich möchte.
Nein,
dort ist alles, was ich will.
Ich wäre jederzeit dazu bereit gewesen, mein Leben hier zurück zu lassen und zu ihm zu ziehen.
Ich habe die Stadt von Anfang an gemocht und habe mich auch
von Anfang an bei ihm mehr zu Hause gefühlt, als bei mir.
Ich hatte noch nicht mal auf die Klingel gedrückt,
da ertönte schon der Summer und
Flo stand in der Tür.
Wie ein Häufchen Elend sah er aus.
Und er fühlte sich auch zweifellos so.
Er hat mich gesehen, als ich auf den Hof gekommen bin,
meinte er.
Deswegen wurde so schnell die Tür geöffnet...
Ich bin in die Wohnung gegangen.
Es kam mir vor, als würde ich einen Schlag mit einem Hammer bekommen.
Überall Erinnerungen.
In meiner Wohnung ist so gut wie nichts von ihm und
in seiner ist alles voll von uns.
Dort haben wir uns zum ersten Mal geküsst,
dort haben wir gekocht,
dort haben wir den einen Film gesehen,
dort haben wir uns tot gelacht,
dort war dieses,
dort war jenes.
Überall.
Ich habe ihm Tee gekocht, während er wieder ins Wohnzimmer gegangen ist.
Mir selbst hatte ich was anderes geholt.
Kenne mich immer noch sehr gut bei ihm aus
und hielt es für selbstverständlich mich so frei zu bewegen,
wie ich es immer schon gemacht hatte.
Dann haben wir auf dem Sofa nebeneinander gesessen
und mir war kotz übel.
Mein Herz schlug bis zum Hals und ich hatte nur noch Panik.
Ich hielt es nicht mehr aus.
Ich schwankte zwischen:
Ich muss hier sofort raus und
Ich möchte nie wieder von hier weg.
Gerad, als ich einen Schluck aus meiner kleinen Flasche nehmen wollte,
meinte Flo:
Nun trink doch endlich!
Ich hab ihn angesehen und hatte keine Ahnung, was los ist.
„Nö!“, meinte ich,
„Jetzt lass ich mir noch Zeit!“
Und dann.
Nun, dann hat er mir die Flasche aus der Hand gerissen u hat mich geküsst.
Ab dem Moment war ich wirklich wieder zu Hause.
Es hat sich genauso großartig angefühlt, wie es das immer getan hat.
Und doch dachte ich:
Mann, Finja, was machst du hier?
Aber warum soll etwas falsch sein,
wenn es sich gut und richtig angefühlt hat?
Warum ist das so, das richtige Dinge weh tun müssen?!
Ich möchte euch Einzelheiten ersparen, nur so viel:
Er hat mich ins Schlafzimmer getragen.
Er hatte ja keinerlei Ahnung, dass die Sache durchaus noch nicht bei mir vorbei ist.
Das die Gefühle nicht weg sind, wie ich ihm gesagt hatte.
Aber ich hab das nur gesagt, damit er wen zum Reden hat.
Ich bin echt einfach zu bescheuert.
Ich weiß und möchte das auch nicht mehr hören.
„Danach“ folgte ein Gespräch.
Ich wollte eigentlich gar nicht reden.
Ich wollte nur da sein und vergessen, wie ich mich gefühlt hatte, als alles vorbei war
und wie es mir gehen würde, wenn ich erst wieder nach Hause fahren musste.
Ich wollte nicht reden.
Einfach nur bei ihm sein und in seinen Armen liegen,
wie so oft.
Wir redeten darüber, wie das weiter geht.
Er sagte zu mir, er könne es so leicht haben.
Er müsste einfach nur zu mir zurück kommen, und alles wäre toll,
aber das würde nicht gehen, weil seine blöden Gefühle einfach nicht wollen.
Er will mich lieben,
aber es geht nicht.
(Ich hätte am Liebsten geschrien,
das er das gar nicht braucht, weil ich genug Gefühle für uns beide habe,
aber was hab ich gesagt?
Das es nicht schlimm ist und das ich ja selbst auch schon drüber weg bin.)
Es sei alles so scheiße,
er würde jeden unglücklich machen,
das hätte ich nicht verdient,
alles ist scheiße, etc.
Und dann hat er geheult,
wie ein kleines Kind.
Ich habe in meinem Leben noch nie etwas Schlimmeres miterlebt, als das, was dann kam.
Er ist kein emotionaler Mensch.
Es fällt ihm schwer über sowas zu reden,
geschweige denn, mal zu weinen.
Er konnte das nie,
aber da brachen alle Dämme.
Leute, ich konnte mir das nicht mit ansehen.
Ich hab ihn gedrückt und war selbst schon total am Heulen,
weil es mir wahrlich mein Herz gebrochen hat,
ihn so zu sehen.
Ich hab seine Tränen weggewischt,
er meine.
Ich habe ihn geküsst,
ja mein Gott, das habe ich gemacht.
Ich musste.
Wir haben ne Weile geheult,
ich weil ich will, dass er mich liebt,
er, weil er es auch will, aber nicht kann,
aus welchen scheiß Gründen auch immer
und auch, weil bei ihm alles scheiße läuft.
Es ist einfach alles nur noch blöd bei ihm.
Seine Tränen waren ehrlich.
Alles, was er je zu mir gesagt hat, war ehrlich.
Meine Zweifel waren unbegründet...
Als ich zu Hause war,
wurde alles nur noch schlimmer.
Ich zermatere mir wieder mein Hirn.
Wenn ich aufstehe denke ich sofort:
„Flo!“,
tagsüber denke ich nur noch:
„Flo!“,
und abends im Bett, na ratet mal:
„Flo!“.
Er ruft mich drei Mal am Tag an.
Wir telefonieren täglich.
Den einen Tag waren es fast fünf Stunden am Stück.
Dabei geht es aber nicht nur um seine Probleme,
nein,
wir reden wie immer.
Wir machen den TV an und machen uns drüber lustig, was so läuft.
Wir kichern und lachen wie die kleinen Kindern,
aber jeder richtet den anderen auch auf, wenn es nötig ist.
Er denkt nach.
Sagt er stellt sich vor, mal mit mir in den Urlaub zu fahren.
Ich sagte noch, dass das keine gute Idee ist,
weil sich an meinen Gefühlen leider nichts geändert hat.
Flo hat das letzte Woche bemerkt,
aber weiß nicht, was er dazu sagen soll.
Ich sei toll (Bravo :/ ),
und es gibt niemandem, mit dem er gerade lieber zusammen ist,
sagt er.
Aber ich frage mich:
Was ist, wenn es nicht mehr so ist?
Wie lange soll das noch so gehen?
Letztens meinte er, er möchte mir Blumen schicken.
Ich habe abgelehnt.
Ich möchte das nicht,
habe ich gesagt.
Flo:
„Aber warum? Warum darf ich mich denn nicht erkenntlich zeigen, wenn du schon so für mich da bist?
Wenn du so ne Heldin bist,
die mein Gejammer und meinen Telefonterror aushält?“
Ich:
„Ich möchte keine Blumen von dir, also lass es bitte einfach bleiben, ja?“
Flo:
„Dann lasse ich mir was anderes einfallen!“
Widerspruch zwecklos.
Ich möchte keine Blumen von ihm und auch nichts anderes.
Herr Gott noch mal.
Ich möchte endlich, das er schnallt, warum ich diejenige bin, mit der er am Liebsten redet,
warum ich diejenige bin, mit der er am Liebsten zusammen ist,
warum ich diejenige bin, der er alles erzählt und
warum er keine Lust auf andere Leute hat.
Maren hat gesagt,
wir führen uns auf, wie frisch verliebt,
wo niemand von den Gefühlen des anderes weiß.
Wir würden reden, wie ein altes Ehepaar und
sie ist der Meinung, dass er es einfach nicht schnallt,
warum er wieder bei mir gelandet ist.
Und wenn es so ist, dass sie Recht hat,
dann will ich mindestens Blumen dafür,
das er zu gibt, ein Idiot gewesen zu sein. ;)
Er müsste mir beweisen,
das er diesmal sicher ist...
Wir haben jetzt eine erzwungene Funkstille.
Ich wollte ihm schon lange sagen,
dass es wohl besser ist,
wenn wir den Kontakt ein „bisschen“ einschränken,
weil es bei mir langsam nicht mehr geht.
Es ist nicht der Punkt, das ich es vielleicht nicht gerne mache, nein,
ich bin wirklich gern für ihn da,
weil er ja auch für alles rein gar nichts kann.
Er kann nichts dafür.
Aber ich kann bald nicht mehr.
Es fängt wieder an, weh zu tun, sofort, wenn er aufgelegt hat und ich registriere,
das wir nicht mehr zusammen sind,
obwohl es sich mittlerweile wieder so anfühlt,
als wären wir es.
Ich konnte es ihm immer nicht sagen.
Jetzt ist er im Urlaub.
Ich habe vorgestern das Letzte mal von ihm gehört und jetzt fehlt er mir.
Aber es ist gut.
Er hat gesagt, das er jetzt ne längere Zeit ohne seine engste Bezugsperson auskommen muss.
Daraufhin habe ich gemeint, dass er das eben aushalten muss.
Das es ihm aber bestimmt leichter fallen wird, als mir, habe ich nicht gesagt.
Ich vermisse ihn jetzt schon und könnte heulen, weil es so ist.
Was finde ich bloß noch an ihm?
Warum mache ich das alles?
Warum liebe ich ihn?
Warum sagt er,
dass ich die perfekte Frau für ihn sei?
Warum kann er mich nicht einfach lieben?
Verfasst am 24.08.2009 21:57:51 Uhr 113. Ich lebe noch! :) Ein Fenster zum Himmel doch es fehlt die Tür. Rette mich!
Ich bin ab zu zerrissen
doch ich reiß mich jetzt zusammen
in mir regt sich kein Gewissen
doch ich kämpf dagegen an
ich leb mein Leben nur für mich!
und für alle die am Abgrund stehen
und von dort mit mir nach unten sehen
ich will auch das es wieder kommt,
das Gefühl das ich brauch,
das ich nicht sterb umsonst,
nicht umsonst fang ich von vorne an,
nicht umsonst hat es so weh getan.
Wenn du meinst das du denkst ich wein nur um dich
denkst du falsch
ich wein nur um mich!
Ich fang von vorne an!
und doch weine ich mehr um ihn...
Es ist viel passiert.
Ich bin zwischendurch umgezogen und hatte daher keinen Anschluss.
Jetzt sieht es zum Glück anders aus.
Meine Wohnung ist toll.
Auf der Arbeit läuft auch alles toll.
Meine Freunde sind die Tollsten.
Es ging mir zwischendurch mal richtig gut,
bis kurz vor meinem Umzug.
Da hat sich mein Ex bei mir gemeldet.
"Wie geht es dir?"
Wollte er wissen.
Da stand ich da wie ein Hase vor einem Fuchs
und wusste nicht was ich antworten sollte
und ob ich überhaupt antworten soll.
Aber natürlich habe ich geantwortet.
Ich dachte, ich halte es auch,
ich dachte ich schaffe alles alleine,
denn meine Therapeutin hat mir gesagt,
dass ich keine Therapie brauche,
weil ich das alles alleine schon gemeistert hätte.
Ja da fing der Kontakt also wieder an.
Er wollte unbedingt mit mir reden.
Es ging ihm scheiße.
Das war vor Kurzem, aber ich hatte ja noch keinerlei Anschluss.
Dann war er hier.
Ja genau.
Ich bin aus der alten Wohnung raus und war sogar etwas erleichtert,
weil dort viele Erinnerungen an ihn waren und
dann kommt er her und verschafft mir neue.
Er sah nicht gut aus.
Ich hab sofort gesehen, dass etwas nicht okay ist.
Und dann rückte er mit der Sprache raus.
Es ging um eine andere Frau.
Kurz nach mir.
Ich möchte da nicht näher drauf eingehen,
nur soviel sagen: Die Frau hat sie nicht mehr alle!
Das sage ich jetzt nicht,
weil mir (leider) noch (zu viel) an ihm liegt,
sondern weil es Tatsache ist!
Ich wünschte, er wäre mit ihr endlich glücklich geworden,
wenn ich es schon nicht geschafft habe,
aber das war buchstäblich ein Griff ins Klo.
Es war so komisch, als er hier war.
Eine Umarmung zur Begrüßung,
ein Geschenk, zum Wiedersehen?
Ich weiß es nicht.
Ich hatte die ganze Zeit das Bedürfnis ihn anzufassen und
wäre dabei fast verrückt geworden!
Nach unserem Treffen (Er ist überstürzt aufgebrochen)
meinte er, ihm ging es auch so.
Er fand die Situation merkwürdig und hatte dasselbe Bedürfnis wie ich.
Komischer Weise lief am nächsten Tag meine Leitung.
Merkwürdiger Weise rief er eine Stunde nachdem er meine Nummer hatte an.
Wir telefonieren wie immer.
Wir sagen uns,
das wir immer noch dasselbe Bedürfnis haben,
selbst am Telefon,
oder sogar bei SMS.
Treffen sind immer wieder ausgefallen.
Und genau *das* ist jetzt mein Problem.
Jedenfalls eins davon.
Alle, wirklich alle sagen mir,
ich soll den Kontakt wieder einstellen,
weil sie genau sehen,
was das alles wieder in mir ausgelöst hat.
Alte Gefühle, die ich vergraben hatte,
sind nun wieder da.
Alte Hoffnungen, die ich mir selbst verboten hatte,
keimen wieder auf.
Die alte Sehnsucht, ihn endlich wieder zu sehen,
ist wieder so unerträglich.
Kurz:
Es tut wieder weh!
Aber ich schalte das ab, sobald wir Kontakt zueinander haben.
Ich bin die ganze Zeit für ihn da.
Ich höre mir alles an und gebe Ratschläge.
Ich mache mich zum Volldeppen und labere ihn zu,
damit es ihm besser geht.
Ich mache das sogar gern!
Wenn ich könnte, dann würde ich sogar der Frau all die Gefühle geben,
die ich noch für ihn habe,
damit er glücklich ist!
ich würde quasi immer noch alles tun,
damit es ihm gut geht.
Letzte Woche hat er so bitterlich geheult am Telefon,
dass ich am Liebsten gleich zu ihm gefahren wäre,
aber mit der Entfernung ist das halt einfach, immer noch,
ein Problem.
Und dann sagt er mir ein paar Tage später,
dass er es nicht versteht,
warum er bei so einer Irren solche Gefühle hat,
aber bei mir nicht.
Es wäre so toll, hat er gesagt.
Da habe ich dann leise vor mich hin geheult,
aber so, dass er es nicht gemerkt hat.
Ich habe ihm gesagt, ich sei drüber hinweg.
Ich kann ihm nicht sagen, dass es nicht so ist.
Ich kann ihn jetzt auch nicht hängen lassen.
Das kann ich einfach nicht.
Ich würde am Liebsten mein altes Leben wieder haben,
damit ich das alles noch besser verpacken kann
und wieder total die Alte bin.
Es ging mir gut.
Es ging mir wirklich wieder gut.
Ich hab das alles alleine hin bekommen,
habe viele neue, tolle Leute kennen gelernt,
das wäre nie so gewesen,
wenn ich *ihn* nicht kennen gelernt hätte.
Ich habe auch einen Mann "gefunden".
Er wäre eigentlich (fast) perfekt für mich,
aber ich kann es nicht.
Es ist so ungerecht.
Wieso läuft die Liebe so?
Warum ist sie so gemein?
So kompliziert?
Wieso verlieben wir uns nicht einfach nur in den Menschen,
der das auch zurück geben kann?
Warum heißt es, die Liebe ist toll,
wenn sie einem doch nur Schmerzen zufügt?
Er leidet jetzt genau wie ich.
Er benutzt die selben Metaphern um seine Gefühle zu beschreiben,
die ich damals auch verwendet habe.
Es bricht mir das Herz ihn so leiden zu sehen.
Ich weine und leide wirklich mit ihm.
Mache das jetzt alles noch mal durch,
nur gehe da jetzt ein bisschen anders mit um.
Vergrabe mich nicht,
verfluche nicht alle und alles
und lenke mich ab,
so gut es mir möglich ist.
Es ist nun schon so lange her,
aber ich bin, glaub ich, kein bisschen schlauer geworden,
denn ich liebe ihn immer noch und ich würde
immer noch alles tun, um ihn glücklich zu sehen und zu machen.
Und:
Ich möchte immer noch am Liebsten den ganzen Tag in seiner Nähe sein.
Ich bin noch nicht damit durch...
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